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Diedrichs tritt nicht mehr als Vorsitzender an – wer übernimmt?

Diedrichs: „Frage gestellt, ob ich noch die optimalen Impulse auf der Position geben kann“ / Verein und Odonkor senden positive Signale für Verlängerung - „Ich hoffe, er bleibt!“


Lars Diedrichs wird nicht mehr als 1. Vorsitzender kandidieren und macht Platz für neue Impulse.

Die SpVgg. Bad Pyrmont und Lars Diedrichs – über acht Jahre wurden diese beiden Namen in einem Atemzug genannt. Als 1. Vorsitzender hat Diedrichs den Verein auf die nächste Stufe gehoben. Sportlich hat sich die erste Herren in der Landesliga etabliert, die Reserve gehört in der Saison 2017/18 mit zahlreichen talentierten Spielern zu den Top-Teams auf Kreisebene. Im Sommer 2017 gelang Diedrichs der wohl größte Coup in seiner Zeit als 1. Vorsitzender: Er holte das „Sommermärchen“ nach Pyrmont, als es ihm gelang, David Odonkor als Trainer in die Kurstadt zu lotsen. Nicht nur sportlich hat sich der Verein unter ihm nach vorne  entwickelt – auch was die Vermarktung betrifft, gehört der Kurstadt-Verein mittlerweile zu den Vorreitern in der Region. Demnächst ist allerdings Schluss. Zumindest als 1. Vorsitzender wird Diedrichs bei der kommenden Vorstandswahl nicht mehr kandidieren. Stattdessen rücken nun neue Gesichter ins „Rampenlicht“, während sich Pyrmonts „Macher“ in den Hintergrund verabschiedet. Anlässlich dieser anstehenden und einschneidenden Veränderungen haben wir mit Diedrichs über vergangene Erfolge, seine möglichen Nachfolger, Odonkors Vertragssituation und die sportliche Zukunft gesprochen.[/b]


Lars Diedrichs.
Im Vorstand der SpVgg. Bad Pyrmont bahnen sich einige Änderungen an. Du wirst nach acht Jahren nicht mehr als 1. Vorsitzender der Kurstädter kandidieren. Was hat Dich dazu bewogen, diesen Posten freizugeben?
Lars Diedrichs: „Der Auslöser ist die steigende berufliche Belastung. Starkes Wachstum in den letzten Jahren und allgemeine Veränderungen in der Handelslandschaft führen dazu, dass wir in unserem Unternehmen einige wichtige und fordernde Projekte gleichzeitig vorantreiben. Das hat einfach Priorität. Außerdem habe ich mir – wie vor jeder Wahl – die Frage gestellt, ob ich noch die optimalen Impulse auf der Position geben kann und bin zum ersten Mal zum Schluss gekommen, dass das nicht der Fall sein würde. Jemand mit frischer Energie und neuen Ideen wird die SpVgg besser weiter entwickeln können.

Inwieweit ist bereits absehbar, wer Deine Position übernimmt?
„Ich habe vor einigen Wochen den 'harten Kern' über meine Entscheidung informiert und mich sehr gefreut, dass sich gleich einige bereit erklärt haben, zukünftig Vorstandsverantwortung zu übernehmen. So werden sich Stephen Barron, Jürgen Bahmann und Thomas Kleimeier wohl der Wahl für den geschäftsführenden Vorstand stellen, wobei Stephen voraussichtlich als 1. Vorsitzender kandidieren wird.“

Wird es weitere personelle Veränderungen auf der Vorstandsebene des Vereins geben?
„Wichtig ist vor allem, dass sich alle Mitglieder des jetzigen Vorstandes grundsätzlich bereit erklärt haben, auch zukünftig – wenn dies gewünscht wird – dabei zu bleiben, so dass auf jeden Fall Kontinuität gegeben ist. Besonders schön ist aber auch die Bereitschaft zweier junger Vereinsmitglieder, sich im erweiterten Vorstand zu engagieren. So wird voraussichtlich Nuri Barka im Laufe der nächsten Monate einen ehemaligen Aktiven in der sportlichen Leitung einarbeiten. Wir bitten aber um Verständnis, dass wir den Namen noch nicht nennen können.“

Du fühlst dich dem Verein seit vielen Jahren sehr eng verbunden. In welcher Funktion wirst Du dem Verein in Zukunft erhalten bleiben?
„Erst nach meinem Abgang als 1. Vorsitzender wird sich zeigen, wie nachhaltig meine Arbeit dort tatsächlich war. Deshalb werde ich selbstverständlich alles tun, um einen erfolgreichen Übergang und eine kontinuierliche Fortsetzung zu unterstützen. Ob dies im erweiterten oder geschäftsführenden Vorstand sein wird, oder einfach durch eine enge Anbindung, wird sich zeigen. Klar ist jedoch, dass mein Unternehmen Sponsor bleibt und ich auch weiter in der Sponsorenbetreuung aktiv bleiben werde.“


Philipp Gasde feierte mit den Pyrmontern als Trainer viele Erfolge.
Du hast im Grunde alles mit Pyrmont erlebt: Aufstiege, Abstiege, gute Zeiten, schlechte Zeiten. Welche Highlights wirst in positiver Erinnerung behalten?
„Natürlich ist da der erste Aufstieg in die Landesliga weit vorne zu nennen, der ganz eng mit Philipp Gasde verbunden ist. Überhaupt war diese Zeit mit der engen Zusammenarbeit mit Heiko Begemann und Philipp unheimlich intensiv. Dies lasse ich mir auch durch nachträgliche negative Aussagen von Philipp nicht kaputtreden – ich jedenfalls bin ihm sehr dankbar. Immer wieder ein tolles Gefühl ist auch die positive Entwicklung junger Spieler, die man an den Herrenfußball herangeführt hat. An erster Stelle natürlich Kevin Schumacher, den ja kein größerer Verein auf dem Schirm hatte, als wir ihm als 17jährigen einen langfristigen Vertrag gegeben, einen Ausbildungsplatz besorgt und so die Voraussetzungen geboten haben, sich auf Fußball zu konzentrieren. Jetzt ist er ja nicht mehr weit vom wirklichen Profifußball entfernt – er hat alles richtig gemacht. Derzeit freue ich mich unglaublich über Nico Günther. Ein ganz toller Junge!“


Kevin Schumacher startete seine steile Herren-Laufbahn mit 17 Jahren in Bad Pyrmont.
Gab es auf der anderen Seite Momente, in denen Du kurz davor warst, alles hinzuschmeißen?
„Niederlagen gehören ja dazu und machen Siege und Erfolge erst schön. Den Abstieg hätten wir uns von mir aus aber gerne sparen können. Belastet haben mich aber vielmehr einige undifferenzierte und auch ungerechtfertigte Aussagen und Verhaltensweisen, leider keine Seltenheit im Fußball. Der Gedanke ans Hinschmeißen war aber nie da, lieber packe ich dann umso härter an, auch um andere Lügen zu strafen.“

Sportlich hat sich der Verein mittlerweile im Mittelfeld der Landesliga etabliert und ist stets für eine Überraschung gegen Top-Mannschaften gut. Welche mittelfristigen Ziele hat sich die Spielvereinigung für die Zukunft auf die Fahne geschrieben?
„Ich denke, es wird dabei bleiben, dass absolute, messbare sportliche Ziele nicht im Vordergrund stehen, denn Aufstiege lassen sich einfach nicht planen. Vielmehr wird es darum gehen, weiter eine führende Rolle in der Region zu spielen und darauf aufbauend das Vereinsleben aktiv zu halten - schwierig genug in der heutigen Zeit.“


Bleibt er oder nicht? David Odonkors Vertrag läuft im Sommer 2019 aus.
Mitte 2017 habt Ihr das „Sommermärchen“ nach Bad Pyrmont gebracht, als Euch die Verpflichtung von David Odonkor als Trainer gelungen ist. Im Sommer 2019 endet der Vertrag. Wie stehen die Zeichen: Wird es eine Verlängerung geben oder gehen beide Parteien auseinander?
„Zunächst möchte ich betonen, dass ich unglaublich begeistert bin, wie David die Aufgabe hier angenommen hat, obwohl sicher nicht alles so gelaufen ist, wie er es sich vorgestellt hat. Wir haben nach Abschluss der Hinrunde zusammengesessen und beide Seiten haben erklärt, dass sie sehr gerne weiter zusammenarbeiten würden. David hat den Charakter der Mannschaft gestärkt und uns rundum besser gemacht. Ich hoffe, er bleibt!“


Quelle: AWesA

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